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JOHN MUIR TRAIL
 

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John Muir Trail

Auf dem John Muir Trail vom Yosemite Valley bis zum Mt. Whitney, 220 Meilen durch die Sierra Nevada in Californien.

Schon Zeit meines Kletterlebens war es mein Traum einmal ins Yosemite Valley zu kommen, dieses gigantische Tal mit den Granitfelsen, von denen ich schon in den Büchern meiner Jugendzeit gelesen hatte und die mir damals wegen mangelnder finanzieller sowie sprachlicher Möglichkeiten versperrt blieben. Diesmal sollte es klappen. Ich war durch einige vorherige Touren schon gut für Fernwanderwege eingelaufen. Nach der Ankunft in LA ging es mit dem Zug- und Bussystem von Amtrack ins Tal der Träume. Da ich noch aus den Büchern wußte, daß man hier mit Bären zu rechnen habe, fühlte ich gleich nach der Ankunft einem Ranger (Denny) auf den Zahn, wie man sich denn zu verhalten habe um eine Begegnung zu überleben. Er gab Entwarnung, die Bären wären nur an Trockenfutter interessiert und seien keine Jäger wie die Grizzlys in Kanada und am Polarkreis. Essen wurde also in Container verpackt und ich hoffte auf einen guten Schlaf. In der ersten Nacht wurde ich gleich von einem ausgewachsenen Schwarzbären direkt vor meinem Zelt begrüßt, welcher sich an zurückgelassenen Ausrüstungssäcken einer Klettergruppe zu schaffen machte, die sich gerade in der Wand befand. Scheinbar hatten sich früher einmal ein paar Lebensmittel darin befunden und die Bären wurden vom Geruch angelockt. Ein Schein mit der Stirnlampe und ein Klatschen in die Hände genügte um ihn fürs erste zu vertreiben. Diese Prozedur wiederholte sich noch zweimal in den darauf folgenden Tagen. Zwischenzeitlich gings dann zum Bestaunen der Felsabstürze wie El Capitan und Half Dome. Zum Klettern ging ich mit Denny für ein paar leichte kurze Touren. Da ich jedoch nicht fit genug bin um die großen Klettereien in Angriff zu nehmen, wollte ich den 2Wochen / 350km Fernwanderweg nach Süden gehen. Benannt nach John Muir, einem Pionier und Naturschützer, welcher von einem Weg entlang der Pazifikfalte geträumt hatte. Einen Zeitplan mit Tagesaufteilung hatte ich mir von zwei Ausraliern besorgt, welche ich dort traf und welche die Tour lange geplant hatten. Ich besorgte mir im Ranger-Office ein Wilderness Permit um diese Tour durchführen zu können. Trotz des freien Amerikas, sind diese Touren stark kontrolliert und man muß sich erst anmelden. Ich kaufte noch die nötigen Lebensmittel und fehlende Ausrüstung ein. (Spagetti , Müsli , Milchpulver, Vitaminpulver, Kocherbenzin, Wasserfilter, Wanderkarten....) Dann lieh ich mir zwei kleine Container aus, in welchen ich das Essen während der Wanderung aus Überlebensgründen verstauen mußte. Diese wurden abends in der Nähe des Zeltes deponiert, in der Hoffnung, daß die Bären sie nicht knacken können und man selbst ruhig schlafen konnte.

1. Happy Isle to Sunrise
Mit ca 30 kg Gepäck machte ich mich morgens um 6 in der ersten Dämmerung auf den Weg. Es ging schleppend, weil die Schultern nicht mehr solche Last gewohnt waren. Hinauf am markanten Massiv des Half Dome vorbei, den ich schon ein paar Tage früher als Eingehtour bestiegen hatte. Ziel der ersten Etappe war ein Fleck Namens Sunrise, den ich erst um 5 Uhr nachmittags erreichte, da ich an der harten Steigung mit dem Gepäck wirklich zu kämpfen hatte und gleich am ersten Tag ein guter Höhenunterschied auf mich wartete. Insgesamt steigerten sich jedoch die Höhenunterschiede im Laufe des Trails, dafür nahm mein Gepäck mit zunehmender Strecke ab. Ich hatte das Essen für 15 Tage plus 2 Ersatztage dabei, weil ich nicht genau wußte, ob die Station auf der Mitte des Weges geöffnet war und ob man dort das nachkaufen konnte was man brauchte.( Spagetti, Müsli, Sprit) Außerdem war es auch mal ein gutes Erlebnis das ganze Zeugs mit sich herumzuschleppen um autonom zu sein. Die erste Nacht auf dem Weg verlief im zivilisierten Rahmen mit einigen anderen Campern, da ich mich noch auf dem Teilstück der kurzen Yosemitewanderung von den Klettergebieten in Tuolumne Meadows ins Yosemite Tal befand. Es gab sogar eine Bergstation mit einem Ranger und Funk sowie Toilette.

2. Sunrise to Lyell Canyon
Am nächsten Morgen war ich der Erste, der sich um 6 Uhr auf den Weg machte. Eine leichte Etappe mit Abstieg und einem ebenen Tal stand mir bevor. Ungefähr eine Stunde nach Aufbruch überholte mich ein aufgeregter Amerikaner ohne Gepäck, der die Bergrettung zu alarmieren suchte. Ihn traf ich Mittags im Tal von Tuolumne Meadows an der Touristenstation wieder. Er gehörte zu einer Gruppe von Fernwanderern auf der Pazifikfalte von Mexiko nach Canada (PCT). Sein Kollege war in der Nacht von einem Tier angefallen und am Kopf verletzt worden. Später sah ich dann den Rettungshubschrauber fliegen. Nach ein paar American Pancakes lief ich den Nachmittag durch das fast ebene Tal. Kurz bevor sich der Anstieg auf den nächsten Paß anhob baute ich mein Zelt auf und hatte einen herrlichen Ausblick auf das hinter mir liegende Tal und die Wiesen von Tuolumne mit der untergehenden Sonne. Der glasklare Gebirgsbach sprudelte neben mir dahin und man konnte auch einige kleinere Forellen beobachten. Ein bischen unwohl war mir, da ich gehört hatte, daß die Bären hier besonders scharf auf Essenscontainer waren, welche man hier getestet hatte. Doch während der Nacht und auch während des ganzen Weges passierte nichts. Ich sah keinen einzigen Bären mehr.

3. Lyell Canyon to Garnet Lake
Am nächsten Morgen kämpfte ich mich mit dem Morgenlicht die Höhenmeter zum ersten harten Paß (Donohue) hoch. Man verließ jetzt das grandiose Granitgestein vom Yosemite Park. Mit der Zeit pendelte sich der für das Gehen notwendige Rhytmus ein. In der Morgenfrische auf die um 3000-4200m hohen Pässe aufsteigen, Frühstück, nachmittags ins nächste Tal absteigen. Der Atemrhytmus mußte sich auch anpassen. Ich begann eine eigenartige Zähltaktik. Ein Atemzug, zwei Schritte, einmal Ausatmen zwei Schritte. Sobald das System nicht mehr funktionierte und ich zu hecheln begann, pausierte ich für 2 Minuten und setzte mich mitsamt dem schweren Rucksack seitlich auf einen Stein. Es machte sich übrigens besonders bemerkbar, einen dieser neuen Trinkschläuche mit angeschlossener Pipeline gekauft zu haben, welcher es erlaubte einen kurzen Schluck zum Anfeuchten der Lippen zu nehmen, ohne gleich den ganzen Rucksack absetzen zu müssen. Schlimm wurde es nur, sollte am frühen Nachmittag nochmals eine Steigung zu bewältigen sein. Dann waren die Temperaturen nahe der 40 Grad Marke wenn man sich in tieferen Lagen befand. Spät Nachmittags traf ich am Garnet Lake ein, dem Ziel der heutigen Etappe.

4. Garnet Lake to Reds Meadow
Jetzt stand endlich wieder mal eine leichtere Etappe auf dem Programm. Hauptsächlich Abstieg bis zum erreichen der Pferdestation Reds Meadow. Nach zwei Stunden traf ich am Shadow Lake auf zwei junge Amerikanerinnen und in der folgenden kurzen Steigungspassage von ein paarhundert Höhenmeter lieferten wir uns ein hartes Bergrennen wie zu meinen Zeiten im Hochgebiergzug von Bad Reichenhall. Dann passierte ich das Vulkangestein von Devils Postpile welches mich an die Steinwand in der Rhön erinnerte und war zur Mittagszeit im Tal. Für mich überraschend gab es hier in einem saisonal geöffneten Laden alles zu kaufen was man gebraucht hätte. So trank ich ein paar kühle Bier, genoß den langen Nachmittag und erforschte den Anfang der Strecke für den nächsten Tag. Ich traf auf einen Wanderer der genau in umgekehrter Richtung unterwegs war und erkundigte mich über die vor mir liegenden Pässe und Flußüberquerungen. Im Camp hatte man auch eine vergammelte Dusche eingerichtet, gespeist mit dem Wasser der nahegelegenen unterirdischen heißen Quellen.

5. Reads Meadow to Tully Hole
Früh am nächsten Morgen ging es die leichte Steigung hinauf zu den Red Cones und dann auf einem leicht ansteigenden Höhenweg entlang durchs Cascade Valley. Mehrmals kamen mir Gruppen von Großstattcowboys entgegen, welche mit Pferden einen Teil des Weges als gebuchte 2000 Dollar Lagerfeuerromantik erlebten. Mittags rastete ich an einem Fluß, füllte die Wasservorräte auf und kämpfte mich in der Hitze noch die Höhenmeter zum Lake Virginia hinauf. Eine kurze Rast umgeben von vielen Moskitos und danach der Abstieg ins Tully Hole. Ich wollte am nächsten Morgen nicht als erstes absteigen und wertvolle Zeit der Morgenfrische verlieren, die ich für den Aufstieg brauchte.

6. Tully Hole to Vermillion Resort
Der erste Lichtblick stand bevor. Am Nachmittag des 6. Tages sollte ich eine legendäre Touristenstation erreichen, von deren Gastfreundschaft mir die entgegenkommenden Wanderer schon erzählt hatten. Es ging frühmorgens den harten Silverpaß hinauf und nach einem Frühstück wieder hinunter in das Tal des Tomas Edison Lakes. Hier traf ich im Abstieg auf die grandiosen Granitplatten welche ich schon in Yosemite gesehen hatte. Am See angekommen, brauchte ich nur noch auf das abendliche Motorboot zu warten, welches mich zum Resort fuhr. Hier waren lustige Leute zugegen. Alte Cowboys, Lagerfeuer und besonders gab es kühles Bier. Einige Wanderer hatten sich vorher ein Essenspaket hierhin geschickt und füllten nun Ihre Rucksäcke wieder auf. Was nicht mehr hineinpaßte wurde in eine große Regentonne geworfen. Hier konnte sich dann jeder bedienen dem noch irgend etwas fehlte. Ich kalkulierte meine Essensvorräte durch und nahm mir einige vakuum-verschweißte Haferflockenrationen fürs Frühstück heraus. Dann lachte mich da eine versiegelte Packung mit geräuchertem Lachs an und ich war so hungrig dass ich sie gleich aß. Bei dem täglich steigenden Dollarkurs und den dortigen Preisen hätte ich mir sowas sowieso nicht kaufen können. Die Hüttenwirtin hatte für jeden Fernwanderer das erste kühle Bier gratis parat. Abends verstopfte dann noch mein Benzinkocher, doch war glücklicherweise ein anderer Fernwanderer in der Lage mir mit seinem Reparaturset behilflich zu sein. Der Abend klang gemütlich am Lagerfeuer aus. Ich war noch nie länger als eine Woche am Stück marschiert und hatte eine harte Woche ohne jegliche Ausweichmöglichkeit mit mehreren hohen und steilen Pässen vor mir. So entschloß ich mich einen Rasttag einzulegen, da ich auch noch den zweiten Teil genießen wollte. Ich hatte übrigens einen Vorteil auf meiner Seite. Jetzt, da die Pässe richtig hoch wurden, wurde mein Rucksack weiterhin konstant leichter, wohingegen sich die meisten andern ihr Gepäck wieder richtig schwer gemacht hatten. Außerdem scheint es sich nur bei wenigen Amerikanern rumgesprochen zu haben, daß es sich in der Morgenfrische am besten läuft.

7. Vermillion Resort to Marie Lake
Am 7. Lauftag kämpte ich mich ein langes Tal hinauf bis kurz vor den Selden Paß. Hier zeltete ich auf über 3000 m Höhe am Marie Lake und hatte zum Ausklang des Tages einen phantastischen Sonnenunterang. Überhaupt hatte ich während der gesamten Zeit keinen einzigen Tag Regen. ...It never rains in Southern California... hörte ich kürzlich in meinem Radio den Refrain eines alten Schlagers. Auch waren die hohen Pässe durch die weit südliche Lage nur mit wenig Schnee bedeckt. Die Wege waren bis in die größten Höhen für die Amerikaner mit Ihren Pferden gut ausgebaut und man konnte sich fast nicht verlaufen.

8. Marie Lake to Evolution Valley
Über den Seldenpaß ging es dann einen langen Abstieg hinab zum San Joaquin River. Diese Tagesaufteilung mochte ich gar nicht. Morgens Abstieg um sich dann in der Nachmittagshitze das nächste Tal hinaufzukämpfen. Es blieb nichts anders übrig. Man überquerte die Grenze zum Kings Canyon Park und dann die Anhöhe hinauf in das Hochtal von Evolution Valley. Hier gab es am Abend wieder so viele Moskitos, daß man sein Essen nur im Laufen zu sich nehmen konnte. Die Nacht wurde ziemlich kalt und am nächsten Morgen hatte ich Raureif von der Flußfeuchtigkeit auf dem Zelt. Während der zweiten Woche wurde es ziemlich ruhig. Während des Tages begegnete man eventuell 5 Wanderern und die Nächte verbrachte man allein in irgend einem Tal.

9. Evolution Valley to Le Conte Canyon
Bei gleichmäßiger Steigung verteilt auf lange Wegstrecke ging es hinauf, vorbei an einsamen Bergseen zum John Muir Paß. Hier oben wartete eine komplett aus Stein gestetze Hütte und ein paar Murmeltiere zur Mittagsrast. Ein steiler Abstieg folgte hinunter in den Le Conte Canyon. Langsam stellte sich schon eine gewisse Gleichgültigkeit ein. Wie der Paß hieß, war mir mittlerweile völlig egal und ich konzentrierte mich nur noch auf eine gut aufgeteilte Wegstrecke mit den nötigen Pausen und einem gleichmäßigen Rhytmus während des Gehens. Es erinnerte mich an meine früheren Erfahrungen vom Marathonlauf, wenn man über die Marke von 20 Kilometern gelaufen war. Man zählte den Countdown, welcher für mich diesmal in Pässen bestand.

10. Le Conte Canyon to Upper Basin
Am 10 Tag ging es wieder kräftig bergauf über die gesamte Länge des Tages zum Matherpaß. Der Name steht fürs Programm. Nach frühmorgendlicher Steigung passierte man das herrliche Hochtal mit den Palisade Lakes und hatte zum Schluß einen extrem harten Anstieg zu bewältigen. Da ich mich aber am Nachmittag bereits in einem luftigen Hochtal befand, machte mir die Hitze nur wenig zu schaffen. Oben am Paß traf ich zwei Australier. Man machte gegenseitig Bilder und tauschte Informationen aus. Ein, zwei Stunden marschierte ich dann noch hinab in die Senkung des Upper Basin und schlug dort mein Zelt auf. Das Zelten in den Hochtälern ( vorausgesetzt es gab Wasser) hatte den Vorteil, daß man bis in die späten Abendstunden den Sonnenschein genießen konnte.

11. Upper Basin to Woods Creek
Wie immer ging es wieder frühmorgens los zum nächsten Paß. Zum Pinchot Paß hinauf war der zwischenzeitliche Abstieg jedoch nicht so tief. Trotzdem hatte ich die letzen Höhenmeter ganz schön zu kämpfen mit der dünneren Luft der 4000 m Region. Zum Schluß wurde ich von zwei jungen Amerikanern eingeholt, welche nur ein Teilstück mit leichtem Gepäck gingen. Auf dem Paß war das erste Mal eine größere Gruppe zusammen und man konnte ein bischen reden. Ich traf einen US-Soldaten, der ehemals in Deutschland stationiert war und ganz glücklich seine paar Brocken Deutsch anwendete. Es folgte am Nachmittag ein ziemlich langer Abstieg hinein in das Tal des Woods Creek. Gezeltet wurde in der Nähe einer herrlichen hölzernen Hängebrücke. Dieser Tag war übrigens der einzige, an dem ich in den Abendstunden mit Durchfall zu kämpfen hatte, was sich jedoch mit zwei Kohletabletten beheben lies.

12. Woods Creek to Vidette Meadow
Der zwölfte Tag hielt wieder einen Hammerpaß bereit. Große Steigung auf kurzer Wegstrecke, jedoch vorteilhafterweise alles in der Frische des Morgens. Kurz vor dem Glenpaß kam mir dann eine Mulikolonne mit ein paar Pfadfindern entgegen, was mich wieder an meine Gebirgsjägerzeit erinnerte. Im Abstieg begegnete ich einem unfreundlichen Amerikaner, welchem ich scheinbar beim Laufen die Vorfahrt genommen hatte und später dann noch zwei Franko-Canadiern, welche erst um 9 Uhr losmarschiert waren und sich über die starke Hitze beschwerten. Am Nachmittag erreichte ich schon früh das Zielgebiet von Vidette Meadow, wo ich mir einen Platz zum Zelten ohne Moskitos suchte. Waschen, kochen und mich nach langer Zeit auch wieder mal rasieren. Dann erholen und vorbereiten für den nächsten Tag.

13. Vidette Meadow to Crabtree
Es ging in den frühen Morgenstunden ein langsam ansteigendes Tal hinauf zum Forester Paß. Man merkte schon daß man in die Nähe des Zielgebietes kam, da vermehrt Wandertouristen von Kurztouren zu sehen waren. Im Abstieg marschierte man durch das gigantische Hochtal welches den Sequoia Nationalpark einläutete. Leicht abfallend und an Höhenwegen entlang ging es bis zur Rangerstation Crabtree. Im Hintergrund konnte man am Nachmittag schon den Mt. Whitney sehen. Hier verscheuchte mich eine Rangerin von meinem bereits installierten Zeltplatz, weil ich scheinbar nicht den richtigen Fleck ausgesucht hatte. Man kam der Zivilisation wieder näher. Also körperlich total kaputt alles abbauen und ein paar Meter weiter wieder aufbauen. Abends fing mein Kocher noch an zu verstopfen, doch diesmal konnte ich es selbst beheben.

14. Crabtree to Whitney Portal
Am nächsten Morgen kam dann der Hammeraufsteig zum 4500m hohen Mt Whitney. Bis zum Pass hin kämpfte ich mit vollem Gepäck. Nach ca. 2 Stunden traf ich auf ein Lager mit Gipfelanwärtern, wo jedoch noch alles schlief. Am Paß angekommen setzte ich den schweren Rucksack ab und lief die letzten 300 Höhenmeter nur mit Wasser und ein wenig Müsli zum Gipfel. Da begegneten mir ein paar Schweizer Professoren welche an einer Universität in San Francisco unterrichteten. Am Gipfel war ziemlich viel los, fast wie in den Alpen, weil man den Berg von der anderen Seite in ein bis zwei Tagen besteigen konnte. Nach der Rückkehr zum Paß, wo ich mein Gepäck wieder schulterte, ging es in einem brutalen Abstieg zum Whitney Portal hinunter, welches das Ende der Tour war. Am Gipfel hatte ich mit den Schweizern ausgemacht, daß ich unten am Parkplatz auf sie warten würde und wir packten dann alles Gepäck in deren Autos und fuhren in die Westernstadt Lone Pine am Eingang des Tales. In einem alten Saloon gab es ein kühles Bier und die netten Schweizer nahmen mich des Nachts mit zurück bis Tuolumne Meadows. Um 12 Uhr mitternacht angekommen, schlug ich mich auf dem Campingplatz nieder und fuhr am nächsten Tag das Reststück mit dem Bus zurück über die Hochstraße ins Yosemite Valley. Dort hieß es dann nach 2,5 Wochen wieder mal duschen.

Markus Thonius,
gewandert Juli 2000,
geschrieben Januar 2001